Schulhund Kalle als Wegbereiter der Inklusion

Kalle ist seit Februar 2013 Mitarbeiter der Bartholomäus Grundschule in Iserlohn Oestrich. Er begleitet und unterstützt die Sonderpädagogin Christine Schwerdtfeger bei ihrer Arbeit im Gemeinsamen Unterricht an der Grundschule. 27 Kinder mit besonderem Förderbedarf werden im SJ 2013/14 in zehn jahrgangsübergreifenden Lerngruppen 1-4 gemeinsam mit den anderen 239 Schülerinnen und Schülern unterrichtet.
Der Einsatz des Schulhundes kann Kindern mit besonderem Förderbedarf helfen, Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungserschwernisse zu überwinden und zu kompensieren. Tiere verbessern die Lebenssituation und Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen und erleichtern Rehabilitation und Integration (vgl. Greifenhagen / Buck-Werner; 2007, Tiere als Therapie). Dadurch, dass die Kinder den Hund zum Teil versorgen, erlangen sie Sicherheit im Umgang mit dem Tier und bauen eine Beziehung zu ihm auf. Auf diese Art und Weise verändert sich zunehmend das Selbstbild der Schülerinnen und Schüler und somit auch das Fremdbild. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler durch die Bindung zum Tier eine emotionale Stabilität erreichen, die ihnen hilft, die Lernprozesse im Gemeinsamen Unterricht zu bewältigen.
Im Hinblick auf den Gemeinsamen Unterricht dient Kalle als Wegbereiter des inklusiven Handelns, indem er keine Unterschiede zwischen den Kindern macht und ohne Vorbehalte auf jede einzelne Schülerinnen und jeden einzelnen Schüler zugeht. Die Kinder erleben sich so angenommen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen und Begabungen. Auch das jahrgangsübergreifende Unterrichtskonzept der Bartholomäus Grundschule, welches die Schule zum Lern- und Lebensort der Kinder machen möchte, legitimiert den Einsatz des Schulhundes. Kinder aller Altersstufen können im Umgang mit dem Hund Stärken unabhängig von ihrer kognitiven Entwicklung erwerben. Außerdem hilft der Schulhund, individuelle Lernwege zu eröffnen und die Lernmotivation und Leistungsbereitschaft zu steigern.
Der Hund hat verschiedene Aufgaben. Einerseits wird er im Klassenverband als Begleiter eingesetzt. Hier sorgt er für eine entspannte Lernatmosphäre. In einer der wenigen speziellen Untersuchungen zum Thema von Kotrschal/ Ortbauer 2001 wurde festgestellt, dass die freie Interaktion mit Hunden „den sozialen Zusammenhalt der Klasse und die Aufmerksamkeit in Richtung Lehrerin verbesserte und lautes, auffälliges und aggressives Verhalten“ gedämpft wurde (Olbrich/ Otterstedt, Menschen brauchen Tiere, 2003). Zusätzlich kann der Hund zur Förderung und Unterstützung einzelner Kinder und Kleingruppen eingesetzt werden (GU).
So gibt es in der ersten Pause einen Kalle-Dienst, der für das Gassi-gehen zuständig ist. Diese Aufgabe können sich alle Schülerinnen und Schüler durch besondere Leistungen oder das Einhalten von individuell vereinbarten Regeln usw. verdienen. Einige Schülerinnen und Schüler können sich bei ihrem Belohnungssystem einen Kalle Gutschein eintauschen. So bekommt Anton für jeden Schultag ohne Regelverstoß ein Puzzleteil. Ist das Puzzle vollständig, differenziert fünf oder zehn Teile, darf Anton mit dem Schulhund spazieren gehen.
Eine Stunde in der Woche ist Kalle-AG. Hier werden zehn Kinder in einer Kleingruppe gefördert. Die inklusive Gruppe umfasst Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf. Die Kinder treffen sich mit dem Schulhund in einem Klassenraum. In diesem Umfeld wird durch den Umgang mit dem Schulhund die Entwicklung der sozialen und emotionalen Kompetenzen, die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit und die Steigerung des Selbstwertgefühls gefördert. Zusätzlich wird die Grob- und Feinmotorik bei verschiedenen Übungen weiter entwickelt.
Ebenso geeignet ist der Einsatz des Schulhundes als Motivationshilfe für die verschiedenen Lernbereiche z.B. als Medium für den Sprachunterricht. So kann der Hund als Lese- oder Schreibanlass dienen, verschiedene Hundebilder dienen als Gesprächsgrundlage. Der Hund selbst kann beschreiben werden und beim Umgang mit dem Hund müssen die Schülerinnen und Schüler auf die deutliche Aussprache der Kommandos achten.
Der Einsatz des Schulhundes erleichtert im jahrgangsübergreifenden Unterricht die Inklusion auf vielfältige Weise. Kalles Einfluss auf den Schulalltag wird von Schülern, Lehrern und Eltern positiv wahrgenommen. Sein ausgeglichenes und beruhigendes Wesen bereichert die Schule und lässt sie für alle Kinder zu einem angenehmen Lern- und Lebensort werden.

Kalle, ein wirklicher Wegbereiter der Inklusion!

   
   

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